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„Dat ole Hus“ vor der Vollendung, Neueröffnung am 16./17.02.2024

„Kleinigkeiten sind die Bausteine der Vollendung – aber die Vollendung ist keine Kleinigkeit.“

Weiß Gott, eine Kleinigkeit ist es gewiss nicht gewesen, was das Ehepaar Tina und Hermann Luedecke in den letzten beinahe zehn Jahren an der Hohehäuser Straße in Fürstenau geschaffen hat.

Jetzt steht ihr Langzeitprojekt kurz vor seiner Vollendung.

Im Jahre 2014 hatten sie das leerstehende ehemalige Stellmacherhaus von 1696 gekauft, um es für eigene Wohnzwecke behutsam umzubauen. Zwar hatten sie bereits ein kleines Fachwerkhäuschen an der Detmolder Straße mit viel Esprit, enormer Eigenleistung und unter Beachtung der Denkmalauflagen in ein Schmuckstück verwandelt, doch dieses neue Projekt mit der vierfachen Wohnfläche spielte in einer anderen Liga.

Zunächst nahm man sich den Anbau aus den 1960er Jahren vor, galt es doch die unpassenden Giebelproportionen dieses Gebäudeteils dem großen Fachwerkbau anzupassen. Tina, Hermann und Sohn Lucas krempelten die Ärmel hoch und mit der tatkräftigen Unterstützung vieler Freunde und Bekannter, auch junger Leute, entstand in diesem Teil des Gesamtgebäudes ein ansehnlicher Wohnbereich auf zwei Ebenen. Was in früheren Jahren als Stall genutzt worden war, diente von nun an als behagliches Zuhause.

Doch der größte Brocken dieser Komplettrenovierung sollte noch vor ihnen liegen. Insbesondere die 4 X 12 Meter große Deele, die ursprünglich den Familienfeiern der Luedeckes dienen sollte, forderte die gebündelte Kreativität der Bauherren und ihres Architekten, zudem wohlwollend begleitet vom Denkmalamt der Stadt Höxter. Wer ein denkmalgeschütztes Objekt sein Eigen nennt, weiß, dass behutsames, historisch authentisches Vorgehen erste Bürgerpflicht ist.

Acht LKW Bauschutt mussten ausgehoben und abgefahren werden, die gesamte Elektro- und Wasserinfrastruktur sowie die Kanalisation galt es zu erneuern.  Die Pellet-Heizungsanlage, untergebracht in einem Nebengebäude, war anzuschaffen und zu installieren. Heute verfügt das Fachwerkhaus in fast allen Bereichen über eine Fußbodenheizung. Beide betonen, dass viele Dinge ohne die Hilfe von fachkundigen guten Freunden nicht umzusetzen gewesen wären.

Ein Drittel aller Eichenbalken mussten erneuert werden, insbesondere im Sockelbereich, und auch hier zahlte es sich aus, dass die Familie gut vernetzt und beliebt ist. Ein großer Teil der Balken kamen über Freunde und Bekannte in die Hohehäuser Straße und wurden einer neuen Verwendung zugeführt. Nicht alles musste nachgekauft werden. Dies galt auch für die Fenster. Wo immer es möglich war und der Denkmalschutz „Grünes Licht“ gab, war das Stichwort „Wiederverwendung“, wie denn auch die Luedeckes größten Wert auf Nachhaltigkeit legen. Der alte Lehm der Wände wurde von Hermann unter Einsatz einer Apfelmühle aufbereitet und erneut seiner Bestimmung zugeführt, Backsteine gereinigt und erneut vermauert. Das spart zwar Geld und ist umweltgerecht, aber die dahinterstehende Arbeit mag man nur erahnen.

Selbst das große Deelentor baute der Tausendsassa, der eigentlich aus dem Einzelhandel kommt, in Eigenregie. Hut ab.

Nach dem Auszug von Sohn Lucas entstand die Idee, in dem frei gewordenen Raum ein kleines Ladengeschäft zu eröffnen mit dem Schwerpunkt Weinverkauf. Ein Name war schnell gefunden. Die aus Norddeutschland stammende Tina taufte es auf „Dat ole Hus“. Nach und nach wurde das Sortiment um Bioprodukte, Feinkost und regionale Waren erweitert. Und mit dem „Eis auf die Hand“ war auch für Fürstenaus Kinder etwas im Angebot.

Die Luedeckes hatten damit einen Nerv getroffen und eine Marktlücke aufgetan, der Erfolg blieb nicht aus. Wer auf der Suche nach einem besonderen Geschenk bis hin zum Präsentkorb war, „Dat ole Hus“ hielt das Passende bereit.

Jetzt, da das Bauprojekt kurz vor der Vollendung steht, haben Tina und Hermann Luedecke ihren Verkaufsraum auf die fertiggestellte Deele verlegt, so dass mehr Fläche zur Verfügung steht und Kunden direkten Zugang von der Hohehäuser Straße haben.

Am 16. Und 17. Februar 2024 in der Zeit von 9.30 bis 18.00 Uhr öffnet sich das Deelentor und Stamm- und Neukunden sind herzlich eingeladen, die Räumlichkeit und das Sortiment in Augenschein zu nehmen.

Gut gefüllte Regale mit Produkten vom Pfälzer Forster Winzerverein, Spirituosen der Firmen Prinz und Birkenhof, der Ölmühle Solling und viele andere Köstlichkeiten erwarten die Gäste. Und gewiss darf auch vieles verkostet werden.

Die Vollendung dieser umfassenden und langjährigen Umgestaltungs- und Renovierungsmaßnahme war mit Sicherheit keine Kleinigkeit, aber das Ergebnis kann sich in jeder Beziehung sehen lassen.


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